Christus ins Zentrum stellen
Johannes Gold aus Kobern-Gondorf am 1. Oktober von Bischof Dr. Stephan Ackermann in Rom zum Priester geweiht
Die Heimatprimiz.
Es gibt Tage, die bleiben. Tage, an denen der Himmel der Erde ganz nah zu sein scheint. Ein solcher Tag war der 4. Oktober für die vielen Gläubigen, die nach Kobern in die Pfarrkirche St. Lubentius gekommen waren. Dort feierte Kaplan Johannes Gold seine Heimatprimiz – jenes erste feierliche Messopfer, das ein Neupriester dort darbringt, wo seine Berufung einst begonnen hat. Wer an diesem Sonntag dabei sein durfte, erlebte etwas, das in unserer Zeit selten geworden ist: die ungetrübte, ansteckende Freude über einen jungen Mann, der sein Leben ganz und ohne Vorbehalt Gott geschenkt hat.
Johannes Gold, seine Familie sowie die Pfarrei hatten die Gläubigen eingeladen, diesen großen Tag in der Heimat mitzufeiern. Circa 500 Menschen kamen aus dem Ort oder reisten an, viele von ihnen von weit her. Unter den Gästen befanden sich viele Priester, Diakone, Priesteramtskandidaten und Kommilitonen. Der aus Kobern-Gondorf stammende Pfarrer Klaus Kohnz hat die Festgemeinde mit seiner Primizpredigt begeistert.
Besonders berührend war der Dienst am Altar, an dem sich viele Weggefährten zusammenfanden. So wurde am Altar sichtbar, was eine Primiz in ihrem Innersten ausmacht: Der Neupriester steht nicht allein da, sondern getragen von jenen, die ihn geliebt, geführt und über die Jahre be- oder geleitet haben.
Dass ein junger Mann diesen Weg heute wählt, ist ein stilles, aber machtvolles Zeichen der Hoffnung – ein Zeichen dafür, dass Gott seine Kirche auch in schwierigen Zeiten nicht ohne Hirten lässt.
Der Kirchenchor Kobern-Gondorf, verstärkt durch Sängerinnen und Sänger des Kirchenchors Lehmen und des Projektchors Maifeld-Untermosel, hatte es sich nicht nehmen lassen, in alter Verbundenheit mit Johannes Gold die Festmesse musikalisch mitzugestalten. Der Chor wurde an der Orgel von Herrn Michael Bottenhorn aus Bonn-Beuel, dem ehemaligem Orgellehrer von Johannes Gold, begleitet, der auch die Orgelsolostücke zum Ein- und Auszug zu Gehör brachte. Die Sopransoli wurde von Paula Unckell, Sopranistin aus Köln, gesungen. Die musikalische Gesamtleitung hatte Ralf Dötsch, Chorleiter des Kirchenchors Kobern-Gondorf.
Am Ende des Gottesdienstes gratulierte Pfarrverwalter Andreas Kern im Namen der Pfarrei St. Lubentius Ochtendung Johannes Gold ganz herzlich zu seiner Priesterweihe und wünschte ihm Gottes Segen für seinen Weg als Priester und seinen ersten Einsatz als Kaplan in Saarlouis.
Bevor er den „Allgemeinen Primizsegen“ spendete, bedankte sich Johannes Gold bei seiner Familie, allen Freunden, Unterstützern und Wegbegleitern, bei allen, die zur feierlichen Gestaltung der Festmesse beigetragen haben, und beim „Lokalen Pfarrteam Kobern“ mit dem breiten Netzwerk an ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für die Vorbereitung und Durchführung des anschließenden Festes ganz herzlich.
Die Pfarrei hatte nach dem Gottesdienst zu einem Empfang rund um die Kirche St. Lubentius eingeladen. Das „Lokale Pfarrteam Kobern“, verstärkt durch Mitglieder des Pfarrgemeinderates, hatte diesen mit einem Mittagessen, Kaffee und Kuchen vorbereitet.
Viele der Gottesdienstbesucher waren der Einladung gefolgt und nutzten die Zeit und Gelegenheit bis zum Beginn der Vesper bei einem guten Glas Wein zu guten Gesprächen und um den einen oder anderen Kontakt zu knüpfen. Auch Weihbischof Robert Brahm aus Trier mischte sich unter die Festgäste.
Nach der feierlichen Vesper am Nachmittag kam der Augenblick, auf den viele gewartet hatten: Johannes Gold spendete den Primizsegen, ein Geschenk für jeden Einzelnen. Es ist ein alter und kostbarer Brauch der Kirche, dass der Segen eines Neupriesters mit besonderen Gnaden verbunden ist.
So wird die Heimatprimiz von Johannes Gold vielen noch lange in Erinnerung bleiben – als ein Tag, an dem die Gnade Gottes fast greifbar wurde. Begleiten wir Johannes Gold nun mit unseren Gebeten in seinen ersten Einsatz als Kaplan als treuer Diener des Herrn.
Bleibt noch zu bemerken, dass viele Menschen Johannes Gold in einer Prozession von seinem Elternhaus zur Kirche geleitet haben. Der Musikverein Kobern, die Schützen Kobern und der Heimatverein Gondorf waren mit dabei. Die Familie Schmidt/Haag hatte die Marienkapelle „Am Kehr“, die sie seit vielen Jahren betreuen, für eine Statio herausgeputzt. Die freiwillige Feuerwehr Kobern-Gondorf hatte es dankenswerterweise übernommen, die Prozession beim Überqueren der L 117 (Kastorbachstraße) abzusichern.
Am Tage der Primiz waren viele Helfer und Helferinnen schon früh im Einsatz, die den ganzen Tag über für einen reibungslosen Ablauf des Festes sorgten. Viele Bäckerinnen hatten es sich nicht nehmen lassen, mit ihren Kuchenspenden zum Fest beizutragen. Von denen blieben am Ende des Tages nur ein paar Krümel übrig.
Nicht unerwähnt bleiben soll die materielle Unterstützung (Weinstand, Stehtische u.a.) durch die Ortsgemeinde Kobern-Gondorf, die Weinfreunde Kobern-Gondorf und die Kirmes- und Karnevalsgesellschaft Kobern-Gondorf.
Das Vorbereitungs- und Orgateam hatte alles im Griff. Selbst das Wetter hätte nicht besser sein können.
Allen, die zum Gelingen des besonderen und seltenen Festes beigetragen haben, gilt an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön und „Vergelt‘s Gott“.

